Carola Gold-Preis 2019 geht an Karoline Schubert und Claus Weth

Am 14. März 2019 wurde im Rahmen des Kongresses Armut und Gesundheit zum siebten Mal der Carola Gold-Preis verliehen. Seit 1993 werden mit diesem Preis Menschen ausgezeichnet, die sich in herausragender Weise für mehr gesundheitliche Chancengleichheit einsetzen. Seinen Namen verdankt er der ehemaligen Geschäftsführerin von Gesundheit Berlin-Brandenburg.

In diesem Jahr wurden Dr. Karoline Schubert und Dr. Claus Weth damit geehrt.

 

Karoline Schubert – Die Leipzigerin mit Wortwitz, Charme und Beharrlichkeit

Preisträgerin Dr. Karoline Schubert mit Laudator Stephan Koesling; Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V./Foto: André Wagenzik

Dr. Karoline Schubert ist seit 1999 im Gesundheitsamt der Stadt Leipzig tätig, zunächst als Sachgebietsleiterin, dann im Amtsleiterbereich Gesundheitsförderung. An vielen Veränderungen hat sie mitgewirkt. Der Laudator Stephan Koesling, Geschäftsführer der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e.V., schätzt an ihr neben Wortwitz und Charme insbesondere ihre Offenheit für Neues, ihre Zielstrebigkeit und Beharrlichkeit.

Wesentlich für ihre Wahl zur Carola Gold-Preisträgerin ist Karoline Schuberts Blick auf die Verhältnisse, auf die Verhältnisprävention, die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen und nicht zuletzt auf die Frage der gesundheitlichen Chancengerechtigkeit. Das habe, so Koesling, in der Stadtentwicklung in Leipzig Erstaunliches bewirkt.


Im Mai 2018 wurde das „Integrierte Stadtentwicklungskonzept (INSEK) Leipzig 2030“ als ressortübergreifendes Handlungskonzept der Stadt Leipzig beschlossen. Die Förderung einer gesunden Entwicklung und die Sicherung einer gesundheitlichen Chancengerechtigkeit werden seither als gesamtstädtische Aufgabe, als sogenannte „fachübergreifende Herausforderung“ in Form eines Querschnittsthemas betrachtet. „Ein schöner Erfolg, an dem unsere Preisträgerin ihren Anteil hat!“, so Koesling.

Das Leipziger Modell der Gesundheitsförderung hat bundesweiten Vorbild- und Modellcharakter. Vom Gesunde Städte-Netzwerk (GSN) wurde die Stadt als Kompetenzzentrum für integrierte kommunale Strategien benannt.
Stephan Koesling lobt Karoline Schubert zudem als stets dialogbereite Impulsgeberin und Netzwerkerin im besten Sinne, die viel unterwegs ist: im Vorstand des Landesverbandes Sachsens der Ärzte und Zahnärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst, im Sprecherinnenrat des GSN, im Präsidium der Sächsischen Landesvereinigung, als Mitglied der AG Gesunde Stadtentwicklung beim Deutschen Institut für Urbanistik usw. usf.

Claus Weth – Der Orgelspieler, der alle Register zieht

Preisträger Dr. Claus Weth mit Laudatorin Gertrud Wietholt; Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V./Foto: André Wagenzik

Der zweite Preisträger, Dr. Claus Weth, ist ebenfalls eng mit dem Gesunde Städte-Netzwerk verbunden. Gemeinsam mit Carola Gold gelang es ihm, die Gesundheitsförderung als Chance zur Herstellung gesundheitlicher Chancengleichheit in das Programm Soziale Stadt zu integrieren.

Im Jahr 2008 beschloss der Deutsche Bundestag, das Handlungsfeld „Gesundheitsförderung“ aufzunehmen und von den antragstellenden Kommunen entsprechende Handlungskonzepte zu fordern. „Ein großer Erfolg und ein wichtiger Schritt in die Zukunft!“, so Gertrud Wietholt, Vorsitzende der Kinderneurologie-Hilfe Münster e.V. 

In den Jahren der gemeinsamen Arbeit im Gesunde Städte-Netzwerk lernte sie Claus Weth als überaus visionären Menschen kennen. Als Abteilungsleiter habe er die Gesundheitsverwaltung und das Gesundheitsmanagement in Münster geprägt und das Thema Gesundheitsförderung in die Stadtgesellschaft getragen. „Durch deine westfälische Natur, deine ruhige, aber konstruktive Arbeitsweise, deine Fähigkeit, Menschen eine Stimme zu geben und Gegensätze zu verbinden, ist es dir gelungen, in unserer Stadt und später als Geschäftsführer des GSN bundesweit die Wichtigkeit der Gesundheitsförderung zu etablieren!

Claus Weth sei es auch zu verdanken, so Wietholt, dass das Gesunde-Städte Sekretariat von 2004 bis Ende 2015 in Münster ansässig war. Er gab dem Städtenetz als Geschäftsführer neue Impulse, entwickelte es zukunftsfähig weiter und positionierte kommunale Gesundheitsinteressen auf unterschiedlichen Akteursebenen. Er kooperierte dabei mit Spitzenverbänden,  Ministerien und Krankenkassen. Dabei kam ihm die Gabe, auch konträre Interessensbildungen lösungsorientiert und konstruktiv-verbindend zu moderieren, immer wieder zupass.

Claus Weth befindet sich mittlerweile im Ruhestand und hat möglicherweise etwas mehr Gelegenheit, sich seinem Hobby, der Orgel, zu widmen. Gleichwohl ist er als Berater insbesondere zum Auf- und Ausbau kommunaler Prozesse zur Gesundheitsförderung weiterhin sehr gefragt.

Wir gratulieren der Preisträgerin und dem Preisträger herzlich!

Hintergrund

Die Verleihung des Carola Gold-Preises ist eine Aktivität von Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V. und den Mitgliedern des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit. Er wird unterstützt von den Landesvereinigungen für Gesundheitsförderung Berlin-Brandenburg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen sowie dem AWO-Bundesverband. Hier finden Sie eine Übersicht aller bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger.

Fotos: André Wagenzik & Icons: Do Ra / fotolia.com