Gemeinsam für Gesundheitsgerechtigkeit
Diskussionspapier zum Kongress Armut und Gesundheit 2027
Gesundheit ist ein Menschenrecht und zugleich ein zentraler Ausdruck gesellschaftlicher Teilhabe. Dennoch sind die Gesundheitschancen in Deutschland weiterhin sozial ungleich verteilt. Armut, Bildungsungleichheit, prekäre Wohnverhältnisse, Arbeitslosigkeit oder prekäre Arbeit, negative Umwelteinflüsse, Diskriminierung oder fehlender Zugang zu unterstützenden Strukturen wirken sich nachweislich nachteilig auf Gesundheit, Krankheitsverläufe und Lebenserwartung aus. Gesundheitliche Chancengerechtigkeit ist daher nicht allein eine Frage des Gesundheitssystems, sondern eine Querschnittsaufgabe, die in vielen sozialen, politischen und institutionellen Kontexten angegangen werden muss!
Der Begriff Gesundheitsgerechtigkeit (Health Equity) entwickelt sich kontinuierlich weiter und wird in der wissenschaftlichen Literatur unterschiedlich akzentuiert. Ein breiter Konsens besteht jedoch darin, dass Gesundheitsgerechtigkeit bedeutet, allen Menschen unabhängig von ihrer sozialen oder wirtschaftlichen Lage, ihrer Herkunft, ihrem Bildungsstand oder anderen Lebensbedingungen faire und gerechte Chancen auf Gesundheit zu ermöglichen. Gesundheitsgerechtigkeit erfordert damit nicht nur einen gleichberechtigten Zugang zu Gesundheitsleistungen, sondern auch die Gestaltung gesundheitsförderlicher Lebensbedingungen und den Abbau struktureller Benachteiligungen.
Vor diesem Hintergrund stellt der Kongress Armut und Gesundheit 2027 die Frage in den Mittelpunkt, wie Allianzen, Bündnisse und Kooperationen dazu beitragen können, gemeinsam Gesundheitsgerechtigkeit nachhaltig zu fördern. Gesundheitliche Ungleichheiten entstehen nicht isoliert, sondern an den Schnittstellen von Gesundheit, Bildung, Sozialem, Arbeit, Wohnen, Umwelt und Politik. Entsprechend können sie nur durch gemeinsames und abgestimmtes Handeln wirksam verringert werden.
Der Kongress Armut und Gesundheit soll Raum bieten für fachlichen Austausch, kritische Reflexion und die Entwicklung gemeinsamer Positionen. Er lädt dazu ein, sektorale Grenzen zu überwinden, unterschiedliche Wissensformen anzuerkennen und soziale Gerechtigkeit als gemeinsame Verantwortung zu verstehen. In Anbetracht einer gesellschaftlich sich zuspitzenden Stimmung von Härte, Misstrauen und Ausschluss möchte der Kongress Armut und Gesundheit nicht nur ein Ort des fachlichen Austauschs, sondern auch ein Ort zum Praktizieren von Solidarität, Gemeinschaft und Herzlichkeit sein.
Aufruf zur Beteiligung
Der Kongress lebt von und zeichnet sich aus durch die Vielfalt seiner Beteiligten: Wissenschaft & Praxis, Verwaltung & armutsbetroffene Menschen, Politik & Zivilgesellschaft nehmen an den Diskussionen teil.
Wir laden Interessierte herzlich ein, bis zum 30.08.2026 auf unseren Call for Abstracts zu reagieren und ihre Perspektiven, Erfahrungen und Ideen in die Gestaltung des Kongresses Armut und Gesundheit 2027 einzubringen.
Materialien zum Weiterlesen:
- Hier gelangen Sie zum vollständigen Diskussionspapier.
- Wir haben die Auswahlkriterien zur Beurteilung der Beiträge für Sie zusammengestellt.
- Hier finden sich unsere Veranstaltungsformate.
- Haben Sie Fragen? Dann schreiben Sie uns!


