Kongress Armut und Gesundheit 2014 - Schwerpunkt Nachhaltigkeit

Foto: André Wagenzik

 

Gesundheit nachhaltig fördern: langfristig – ganzheitlich – gerecht

Unter diesem Motto fand am 13. und 14. März 2014 der Kongress Armut und Gesundheit in der Technischen Universität Berlin statt. An beiden Tagen diskutierten nunmehr zum 19. Mal über 2.000 Teilnehmende, wie sich Gesundheitsförderung langfristig, ganzheitlich, gerecht – und damit nachhaltig – umsetzen lässt. Dr. Uwe Prümel-Philippsen, Geschäftsführer der BVPG, pointierte die Brisanz dieser Thematik in der Abschlussveranstaltung  indem er feststellte, dass Nachhaltigkeit im Handlungsfeld Gesundheitsförderung und Prävention ein Schattendasein führe. Es gelinge nur unzureichend, als erfolgreich identifizierte Strategien zu verstetigen.

Armut stellt das größte Gesundheitsrisiko dar. Dies betonte auch Prof. Michael Marmot, wenn er ironisch als wesentlichen Gesundheitstipp artikuliert: Don’t be poor. In case you are, try to stop it. Der Zusammenhang zwischen gesundheitlicher und sozialer Lage wurde im Rahmen des Kongresses anhand aktueller Studien, wie die vom Robert Koch-Institut (Soziale Unterschiede in der Mortalität und Lebenserwartung) oder vom Eröffnungsredner Michael Marmot (Fair Society, Healthy Lives) vorgestellt. Sie bildeten die Grundlage für die darauffolgenden Gespräche und Diskussionen.

In einer Vielzahl von Programmen, Regelangeboten und Projekten setzen sich Akteure bereits für mehr soziale und gesundheitliche Chancengleichheit ein, indem sie gute, gesundheitsförderliche Praxis umsetzen. Dies wurde in den insgesamt 90 Foren und Workshops dargestellt. Sie boten dem bunt gemischten Publikum aus Praxis, Wissenschaft und Politik neben der Aufzählung diverser Handlungsbedarfe auch erfolgreiche Antworten auf die Frage, wie Gesundheitsförderung nachhaltig umgesetzt werden kann: durch die Förderung partizipativer Ansätze etwa oder den Aufbau von Präventionsketten mit nachhaltigen Strukturen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene.

Aber – und dies wurde von der Eröffnungs- bis zur Abschlussveranstaltung immer wieder deutlich – soziallagenbezogene Gesundheitsförderung und Prävention können nur die Symptome sozialer Ungleichheit bekämpfen. Die Schaffung gesundheitsförderlicher Lebenswelten und Rahmenbedingungen hingegen ist eine Aufgabe, die nur in einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung bewältigt werden kann. Mit dem vielfach diskutierten anstehenden Präventionsgesetz verbinden sich Hoffnungen auf eine solche gesamtgesellschaftlich angelegte Strategie der Verringerung sozial bedingter, gesundheitlicher Ungleichheiten.

 

Stimmen zum Kongressmotto Nachhaltigkeit 2014 (Auswahl*)

Ressortübergreifende Strukturen; Gesundheit als übergeordnetes Politikfeld („Chefsache“); finanzielle Entscheidungen müssen immer auch Aussagen zu Konsequenzen für Gesundheit beinhalten; Partizipation auf allen Ebenen!


Kontinuität in der Veränderung

Stetige Prozessentwicklung unter finanzieller Sicherheit

Nachhaltigkeit ist neben einer Denkweise auch ein Handlungsprinzip!"

Ehrlicher Umgang mit den Ergebnissen von der gesundheitsfördernden Maßnahmen; Nachhaltigkeit bedeutet auch, bei Misserfolgen oder keinen großen Erfolgen von Maßnahmen nicht aufzugeben, sondern neu zu beginnen und neue Wege zu gehen und Ansätze zu finden!"

"Projekte, die sich dauerhaft in den Alltag integrieren lassen, werden am erfolgreichsten sein" (Partizipation/Prozessorientierung).

Gute Planung und Arbeiten in der Gruppe; Veröffentlichung und Austausch

"Nachhaltigkeit als Haltung"

*Wir baten alle Teilnehmenden um die Abgabe einer Stimme zum Kongress, in der sie angeben, was sie unter Nachhaltigkeit in Gesundheitsförderung und Prävention verstehen, wie sie sich umsetzen lässt oder welche Impulse sie aus dem Kongress mit nach Hause nehmen.

Bild: André Wagenzik

Kontaktdaten

Fragen rund um den Kongress Armut und Gesundheit beantwortet Ihnen das Kongressteam.

kongress(at)gesundheitbb.de

Fon: 030 44 31 90 73

Fax: 030 44 31 90 63


Anmeldung

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