Entstehungsgeschichte

Um die sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen und die zunehmende soziale Spaltung in Deutschland mehr ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, fand am 08. und 09. Dezember 1995 in der Technischen Universität Berlin der erste bundesweite Kongress Armut und Gesundheit statt.

Initiatoren des Kongresses waren der Arzt Gerhard Trabert und die Ärztin Jenny De la Torre, die in ihren Praxen verstärkt wohnungslose Menschen behandelten, der damalige Präsident der Berliner Ärztekammer Ellis Huber und eine Gruppe von engagierten Studierenden des damals neuen Studiengangs Gesundheitswissenschaften/Public Health an der Technischen Universität Berlin.

Gesundheitliche Situation von Menschen in Wohnungslosigkeit im Mittelpunkt

Der Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit sollte mit dem Kongress öffentlich gemacht werden und es sollte auf die Konsequenzen einer allein auf Kostenreduzierung ausgerichteten Sozial- und Gesundheitspolitik aufmerksam gemacht werden. Ziel war es, politischen Handlungsbedarf aufzuzeigen und Konzepte zu diskutieren, die zur Verbesserung der Versorgung besonders belasteter Bevölkerungsgruppen geeignet sind.

Organisiert wurde der Kongress durch die neu gegründete Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, Gesundheit Berlin e.V. (heute: Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.) und die Ärztekammer-Tochter MUT.

Für Gesundheit Berlin stand der Zusammenhang von Armut und Prävention im Mittelpunkt. Dabei sollte der Blick für gesundheitliche Probleme der von Armut betroffenen Menschen geschärft und die staatliche sowie gesellschaftliche Verantwortung für diese Bevölkerungsgruppe angemahnt werden. In der Gesundheitsförderung sollten sich die Aktivitäten nicht in Verhaltensprävention (Stärkung gesundheitsgerechter Verhaltensweisen eines Menschen) erschöpfen, sondern vielmehr die Verhältnisprävention (Verbesserung der Lebensbedingungen eines Menschen) gestärkt werden.

Neue Partner und Unterstützer

Ab 1997 wurden zunehmend Gewerkschaften und die Politik sowie die Berliner Sozial- und Gesundheitsverwaltungen einbezogen. Insbesondere die neu gebildeten Plan- und Leitstellen der Berliner Gesundheitsämter engagierten sich im Bereich Arbeitslosigkeit und Gesundheit und bereicherten den Kongress um diese Themen.

Weiterentwicklung und Verstetigung des Kongress

Zum ersten Mal kam es 1998 zu einer aktiven Mitwirkung des Bundesministeriums für Gesundheit in Form eines schriftlichen Grußwortes der damaligen Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer. Der vierte Kongress Armut und Gesundheit hatte in dem Jahr bereits mehr als 300 Teilnehmende.

Seit 1999 wird der Kongress Armut und Gesundheit unter einem jährlich wechselnden Motto veranstaltet.

Seit seiner Entstehung ist der Kongress – nicht nur hinsichtlich der Anzahl der Teilnehmenden, sondern auch bezüglich des Themenumfangs – stetig gewachsen: von anfangs 200 Teilnehmenden zur heute bundesweit größten Public Health-Veranstaltung mit über 2.300 Besuchenden in mittlerweile 100 Einzelveranstaltungen.

Seitdem leistet der Kongress jedes Jahr aufs Neue einen wertvollen Beitrag zur Beförderung der Public Health: Strategien und Ansätze der Prävention und Gesundheitsförderung werden gebündelt, Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Institutionen erhalten Anregungen für ihre Arbeit und knüpfen Kontakte, die wiederum neue Projekte ins Leben rufen.  

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Kontaktdaten

Fragen rund um den Kongress Armut und Gesundheit beantwortet Ihnen das Kongressteam.

kongress(at)gesundheitbb.de

Fon: 030 44 31 90 73

Fax: 030 44 31 90 63


Kongress 2018

Im kommenden Jahr findet der Kongress am Dienstag und Mittwoch, 20. und 21. März 2018 statt.

Veranstaltungsort:

Technische Universität Berlin

Straße des 17. Juni 135

10623 Berlin

Video

Für visuelle und historische Eindrücke vom Kongress gelangen Sie hier zum Video des 16. Kongress Armut und Gesundheit im Rathaus Schöneberg.