Aktuelle Daten zu sozialer Lage und Gesundheit

Gleich mehrere Publikationen haben in den vergangenen Wochen das Bewusstsein dafür geschärft, dass Armut in Deutschland nach wie vor ein zentrales Problem darstellt und dass diese Armut u. a. gravierende gesundheitliche Auswirkungen auf die von ihr Betroffenen hat. Eine Auswahl dieser Publikationen möchten wir an dieser Stelle vorstellen.

  • Bereits im Dezember 2015 veröffentlichte das Robert Koch-Institut den umfassenden Bericht „Gesundheit in Deutschland“ [link]. Daraus geht hervor, dass vor allem zwei große Entwicklungen das Gesundheitsgeschehen in Deutschland beeinflussen: demografische Veränderungen und der starke Einfluss der sozialen Lage auf die Gesundheit. Im Rahmen des Kongresses werden die Ergebnisse des Berichtes detailliert vorgestellt (Fachforum Nr. 67)
  • Ebenfalls im Dezember hat die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales einen Gesundheits- und Sozialstrukturatlas für die Bundesrepublik Deutschland vorgelegt. Ausgehend von Berlin wurden die im Rahmen der regelmäßigen Berichterstattung für Berlin entwickelten Indikatoren zur gesundheitlichen und sozialen Lage auf die Datensätze der anderen 15 Bundesländer angewandt. Fazit (auf Seite 14): „Insgesamt betrachtet zeigt sich sowohl die sozioökonomische als auch die gesundheitliche Chancengleichheit innerhalb der Bundesrepublik Deutschland auf Bundeslandebene als nicht gegeben.“
  • Die Ausgabe 2-2016 des Bundesgesundheitsblattes [link] beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema „Soziale Ungleichheit und Gesundheit“. Ebenfalls vom Robert Koch-Institut herausgegeben, beleuchtet das Blatt unter anderem auch die Arbeit des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit. Dieser Artikel steht online auf der Website der BZgA zur Verfügung.
  • Im kürzlich erschienenen Armutsbericht 2016 des Paritätischen Gesamtverbandes „Zeit zu handeln“ [link] wird das Verharren der Armutsquote in Deutschland auf hohem Niveau beklagt. Erstmals enthält der Bericht auch vertiefende Analysen zu Bevölkerungsgruppen, die besonders von Armut betroffen sind.
  • Im dritten Regionalen Sozialbericht Berlin und Brandenburg [link] finden sich Informationen zu Einkommensarmut, Einkommensverteilung, Abhängigkeit von Mindestsicherungsleistungen, Qualifikationsniveau, Erwerbsbeteiligung, Gesundheit und Wohnsituation, aufgeschlüsselt nach Bezirken und Landkreisen. Er wird vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg herausgegeben.